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4. Aug. 2016

Wachauer Sieg beim Jungwinzertreffen

Wachauer Sieg beim Jungwinzertreffen

Bereits zum siebten Mal lud die Familie Lucian ins Burg Hotel nach Oberlech zum Jungwinzertreffen. Diesmal ging es um das Thema Holzeinsatz bei der Kelterung.

Es ist eine wachsende Fangemeinde, die alljährlich Anfang Juli im Burg Hotel mit Begeisterung die Weine der Jungwinzer verkostet. Immer damit verbunden ist eine Blindverkostung samt Bewertung. Diesmal hatte sich der Gastgeber eine noch schwerere Aufgabe einfallen lassen. Die in einer Karaffe bereit gestellten Weine mussten nicht nur mit Punkten bewertet, sondern auch den Flaschen zugeordnet werden.

Schwierige Aufgaben 

Es ist schon schwierig genug, Rebsorte und Herkunftsregion eines Weines zu erkennen. Eine Unterscheidung innerhalb der gleichen oder vielleicht von benachbarten Regionen zu treffen, ist eine noch größere Herausforderung. Lorenz Haas, dem Junior im Weingut Allram in Straß im Straßertale, ist das als Einzigem gelungen.

Erfolgreich war er aber auch mit seinen Weinen. Der Grauburgunder Hasel 2012 von Allram landete auf dem fünften Platz. Beeindruckend war auch Riesling Gaisberg Reserve 2007 von Allram. Ein Teil davon wurde im Barrique ausgebaut, der Rest im Stahltank. Ein Wein, der sich noch sehr jung präsentierte und eine lange Zukunft hat. Am meisten Punkte erhielt der Riesling Kollmitz Smaragd 2012 von Franz Pichler (nicht der FX) in Wösendorf. Ein fruchtiger und abgerundeter Riesling, der trotz des warmen Jahrgangs nicht zu wenig Säure hat.

Auf Holz setzen – aber richtig 

Auf Platz zwei landete der Chardonnay Hasel 2013 vom Weingut Topf. Ein sehr eleganter Burgunder, bei dem sich einmal mehr zeigte, wie wichtig der richtige Holzeinsatz ist. Maximilian und Hans-Peter Topf beeindruckten aber auch mit dem Grünen Veltliner Hans Topf 2008, der sich zwar kraftvoll und vielschichtig aber noch sehr jugendlich präsentierte und ein ganz großer Vertreter dieser Sorte ist.

Nicht einmal einen Zehntelpunkt weniger bekam der beste Rotwein des Tages, der Blaufränkisch Bodigraben 2012 Güterweg vom Weingut Wellanschitz. Noch beeindruckender, aber nicht im Wettbewerb, war der gleiche Wein aus 2014.

Zum Vergleich schenkte Stefan-David Wellanschitz auch Well 2014 aus. Der einst üppige Wein fällt durch dezenteren Holzeinsatz nun viel fruchtiger und lebendiger aus. Zudem sind es zwei große Beispiele für die Möglichkeiten des sehr herausfordernden Jahrgangs 2014.

Wenig Holz bei Weissweinen 

Auch wenn der Siegerwein ohne Holzeinsatz auskam, so ging es diesmal doch um Weine, die zumindest teilweise mit Holz in Berührung kamen. Selbst Weißweine können davon profitieren, es gibt sogar hervorragende Beispiele für im Holz ausgebaute Rieslinge. Insbesondere die Deutschen haben dabei eine größere Übung.

„Holzfässer wurden ja schon immer für die Weinbereitung verwendet“, betont Gerhard Lucian. Der Lecher Hotelier ist ein erfahrener Weinkenner, in seinem Keller liegen rund 50.000 Flaschen. Seine Eindrücke: „Die üppigen Jahre mit intensivem Barriqueeinsatz sind in Österreich vorbei. Fruchtige Weine sind gefragt. Deshalb kommen immer mehr gebrauchte Fässer zum Einsatz. Beim Weißwein mögen die Konsumenten inzwischen weniger Holz, bei den Rotweinen haben sie einen Holzgeschmack lieber. Die Kalifornier haben vor gut 20 Jahren mit massivem Holzeinsatz angefangen, aber diese Weine hatten keinen Trinkfluss.“

Kategorien: Burg News

TAGs: Sommer, Sommelier, Wein

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